Vorderlader

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Sektionsleiter:


Markus Königsberger
info@shootingteam.at

Der Vorderlader ist die ursprüngliche Form der Feuerwaffe. Ein typischerweise gezogener oder glatter Lauf wird mit Treibladung und Projektil durch die Mündung geladen. Das hintere Ende des Laufes ist fest verschlossen und verfügt nur über ein kleines Zündloch, durch das ein mittels Lunte (Luntenschloss), Feuerstein (Steinschloss), Radschloss oder Zündhütchen (Perkussionswaffe) erzeugter Funke oder Feuerstrahl die Treibladung zündet. Vorderladerfeuerwaffen werden klassisch mit Schwarzpulver und einem Bleigeschoss geladen. Dazu kommt oft noch ein Schusspflaster zur Abdichtung. Vorderladerkanonen verwendeten als Geschosse unter anderem Stein- oder Eisenkugeln sowie Fragmentgeschosse wie Kartätschen.

Salutschießen bei Montur & Pulverdampf im Heeresgeschichtlichen Museum Wien – hier zu sehen die Hoch und Deutschmeister Feldkanone

Vorderlader werden heutzutage in erster Linie sportlich oder in Traditionsvereinen geschossen. Militärisch ist der Vorderlader technisch völlig überholt, da die Ladegeschwindigkeit zu gering ist und ab einer bestimmten Kalibergröße der Ladevorgang nur noch mit einem nicht vertretbaren Aufwand durchgeführt werden kann (zum Beispiel bei Schiffsgeschützen mit einem Kaliber von 400 mm). Lediglich Waffen wie Mörser sind noch militärisch eingesetzte Vorderlader.

Mörser der Lützower Artillerie 1813 (Deutschland) – Freunde der Hoch und Deutschmeister 1897

An Genauigkeit sind Schwarzpulverwaffen den Patronenwaffen mit Nitrotreibmitteln durchaus ebenbürtig, wenn sie auch bedingt durch die geringere Leistung des Schwarzpulvers üblicherweise auf kürzere Distanzen geschossen werden. Allerdings werden auch heute noch in England Vorderlader-Disziplinen mit Entfernungen von 900 Yards geschossen, das sind 822,96 Meter. Der Bund Deutscher Schützen schießt in Ulfborg, Dänemark die 400-m- und 600-m-Disziplin mit Vorderladern und Schwarzpulverpatronenmunition.

Eine besondere Schwierigkeit beim Schießen der Vorderlader mit Steinschlosszündung ist die Unsicherheit einer ausreichenden Funkenbildung, die durchaus zu Zündverzögerungen bis zu Zündversagen führen kann. Dies hat dann natürlich erhebliche Auswirkung auf die Präzision des Schusses.

Markus im scharfen Schuss mit einer Steinschlosspistole

Gerade diese Eigenheiten machen den Reiz des Vorderladers als Sportwaffe aus. Auch in Traditionsschützenverbänden findet man immer wieder Vorderladerwaffen wie Böllerkanonen, Musketen, uvm. Auch in Nationalen Verbänden gibt es Disziplinen für Vorderladerwaffen. Beispielsweise ist der DSB (Deutscher Schützenbund) ist dem MLAIC (Muzzle Loaders Associations International Committee) angeschlossen und entsendet seine Vorderlader-Nationalmannschaft zu den bereits seit vielen Jahren stattfindenden Europa- und Weltmeisterschaften.

Unsere Vereinsinterne Kanone Cal. 69

 


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